Die Frage ist in dieser Form nicht beantwortbar – und sie ist auch die falsche Frage. Die kleinräumigen Ergebnisse zeigen nicht eine Ursache, sondern mindestens zwei räumlich getrennte Erosionsprozesse.
Die Beteiligung steigt gleichzeitig von 62,9 auf 74,2 Prozent, und 16- bis 17-Jährige wählen erstmals mit. Ein Prozentvergleich 2023 → 2026 ist deshalb kein Vergleich derselben Wählerschaft.
Vorläufiges Ergebnis, Zweitstimmen, Veränderung in Prozentpunkten gegenüber der Wiederholungswahl 2023.
Zweitstimmenanteile in Prozent. Eigene Berechnung aus den Ergebnisdateien des Landeswahlleiters.
Angaben: Veränderung der gemeinsamen FDP+Volt-Summe in Prozentpunkten, 2023 → 2026.
Der Bezirk war kein FDP-Kerngebiet – aber 2023 existierte dort noch ein kleiner urbaner liberaler Anteil. 2026 ist Volt innerhalb dieses Segments regelmäßig stärker.
Und selbst hier ersetzt Volt die verlorene FDP-Stärke nicht: gemeinsam fallen beide von 4,7 auf 4,1 Prozent.
Mitte zeigt beide Geschichten übereinandergelegt: ein urbanes Milieu, das sich teilt – und ein Anteil, der ganz verschwindet.
Eigene Auswertung der offiziellen Wahlkreis-A-Tabelle, Zweitstimmen.
Wäre Volt die räumliche Negativkopie der FDP – stark dort, wo die FDP schwach ist –, wäre eine deutlich negative Korrelation zu erwarten. Das Gegenteil ist der Fall: Beide Parteien können im selben Wahlkreis überdurchschnittlich abschneiden.
Plausibel ist deshalb: Bestimmte sozioökonomische und kulturelle Merkmale begünstigen beide Parteien; andere Faktoren entscheiden, welche von beiden profitiert.
Das bedeutet nicht, dass CDU- und FDP-Wähler identisch wären. Räumlich heißt es aber sehr deutlich: Wo die FDP 2026 vergleichsweise stark geblieben ist, ist im Regelfall auch die CDU stark.
Vorsicht bei der Interpretation: Die CDU selbst verlor berlinweit 9,5 Punkte auf 18,8 Prozent. Die Entwicklung ist Teil einer größeren Umordnung – kein isoliertes FDP-Phänomen.
Ein hoher Volt-Zuwachs in der Innenstadt kann aus früheren FDP-Wählern stammen – ebenso aber aus früheren Grünen-Wählern, sonstigen Parteien, Nichtwählern oder erstmals Wahlberechtigten. Die neue junge Wählerschaft lässt sich jedenfalls keiner einzelnen kleinen urbanen Partei zurechnen.
Analytisch ist das eine andere Kategorie als verlorene Wählerpräferenz: Hier spielt die lokale Kandidatenabdeckung eine eigenständige Rolle.
26.09.21 in den Dateien ist als JJ.MM.TT zu lesen und bezeichnet den 21.09.2026 – nicht den 26. September 2021.